Interview mit unserer Bewerbungsexpertin

Patricia<br />
Bewerbungsexpertin
Patricia
Bewerbungsexpertin

Die Stellensuche kann für Bewerber oft sehr nervenaufreibend sein und zur persönlichen Krise werden. Insbesondere, wenn keine Energie und Leidenschaft in die Erstellung der Bewerbung fliesst und es schon ewig her ist, seit man sich das letzte Mal beworben hat. Wir haben unserer Bewerbungsexpertin, die bei uns Bewerbungen schreibt einige Fragen zu dem Thema gestellt:

Patricia, ist ein Bewerbungsschreiben eigentlich noch zeitgemäss?

Ja und nein. Wenn man ein Schreiben massgeschneidert auf eine Stelle verfasst und dies sehr persönlich macht, dann ja. Wenn eh nur 08/15-Schreiben eingereicht werden, dann würde es Sinn machen, wenn die Firmen auf die Schreiben verzichten (was gewisse ja auch schon machen).

Was denkst du, machen die meisten Bewerbende in der Schweiz falsch?

Ich sehe sehr viele Dossiers, die unsorgfältig gemacht sind, die unvollständig sind, und bei denen das Schreiben nicht auf die Stellenanzeige abgestimmt ist. Auch reichen Bewerbende immer wieder Anlagen ein in 15 Einzelteilen, statt sie in einem Dokument zusammenzufassen. Zu guter Letzt über- oder unterschätzen sich Bewerbende oft, wenn Sie ein Dossier einreichen. Wenn ich mich 20 Mal auf die falschen Stellen bewerbe, werde ich 20 Absagen bekommen.

Welchen Personen empfiehlst du, Ihre Bewerbung schreiben zu lassen?

Allen, die merken, dass sie mit dem Bewerbungsschreiben überfordert sind, die Zweifel haben, oder denen es schlicht stinkt, selbst 10 Stunden zu investieren.

Was waren positive Erlebnisse im Rahmen deiner Tätigkeit?

Ich habe zum Glück jeden Tag viele positive Erlebnisse mit Kunden. Am Telefon, über E-Mail, wunderschöne Komplimente, die ich bekomme, Befriedigung, weil ich helfen und unterstützen kann und schöne Momente, wenn ein Kunde im Coaching einen Schritt weiter kommt.

Wie gehst du vor, wenn du eine Bewerbung für einen Kunden schreibst? Was ist dir wichtig?

Der Erstkontakt mit dem Kunden ist mir wichtig – per E-Mail oder Telefon. Ich möchte lesen/hören, was seine Anliegen und Gedanken sind. Sobald ich alle Unterlagen habe, beginne ich mit dem Lebenslauf. Danach habe ich das Gefühl, die Person (beruflich) recht gut zu kennen, mich in sie hineinfühlen zu können. Das befähigt mich, dann auch ein treffsicheres Schreiben zu erstellen.

Hast du den Eindruck, dass es mit der Y und Z Generation mehr Jobhoppers gibt?

Jobhoppers hat es schon immer gegeben. Ich glaube, dass die junge Generation eher selbstbestimmter arbeiten möchte, ohne zwingend zu ‘hoppen’. Das kann bedeuten, dass sie mehrere Jobs haben, um alle ihre Leidenschaften auszuleben, oder z.B. dass sie als Nomaden unterwegs sind – arbeiten in Ibiza am Strand.

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